|
Berechnung der DWZ
Die Berechnung der DWZ ist fast eine Wissenschaft für sich. Wer es sich trotzdem antun will hier der Versuch einer Erklärung:
Es werden nur am Schachbrett erzielte Resultate gegen Gegner mit einer DWZ berücksichtigt.
Grundformel
Zn: neue DWZ Z0: bisherige DWZ E: Entwicklungskoeffizient n: Anzahl der gespielten Partien W: Erzielte Punkte We: erwartete Punkte
Erzielte und erwartete Punkte
Die erzielten Punkte W sind die Summe der Partieergebnisse, wobei ein Gewinn als 1 Punkt zählt, ein Remis als 0,5 Punkte und eine Niederlage als 0 Punkte. Die erwarteten Punkte We werden mit folgender Näherungsformel berechnet.
ZA: bisherige DWZ ZG: bisherige DWZ des Gegners
Die erwarteten Punkte werden für jede einzelne Partie errechnet und dann addiert. Die genauen Werte der erwarteten Punkte können in einer sogenannten Wahrscheinlichkeitstabelle des Deutschen Schachbundes angesehen werden. Die Formel berechnet aber gute Näherungswerte.
Der Entwicklungskoeffizient
Der Entwicklungskoeffizient E setzt sich aus dem Grundwert E0, dem Beschleunigungsfaktor a und dem Bremszuschlag B zusammen.
Beim Beschleunigungsfaktor a gilt: Dieser darf nicht größer sein als 1 und nicht kleiner als 0,5. Außerdem wird er nur berechnet, wenn der Spieler unter 20 Jahre alt ist und mehr Punkte erzielt wurden als erwartet wurde. Falls dies nicht der Fall ist, ist der Beschleunigungsfaktor 1. Der Beschleunigungsfaktor hilft jüngeren Spielern, ihre DWZ schneller zu verbessern.
Die Komponente J ist abhängig vom Alter des Spielers. Bei Jugendlichen bis 20 Jahre: J = 5, bei Junioren (21 – 25 Jahre): J = 10, bei Spielern über 25 Jahre: J = 15.
Der Bremszuschlag B wird nur für Spieler mit DWZ unter 1300 berechnet und nur, wenn die erzielten Punkte kleiner/gleich sind, als/wie die erwarteten Punkte, sonst ist der Bremszuschlag = 0. Der Bremszuschlag ist dafür da, dass die DWZ von schlechteren Spielern nicht so schnell sinkt.
Ferner hängt E auch von der Anzahl der bisher gewerteten Turniern ab. Der Index i der ersten DWZ ist 1 und wird nach jeder Turnierauswertung um 1 erhöht.
Diese Formel wird nur „ausgewertet“, wenn schon eine DWZ vorliegt, d. h. i größer Null ist. Damit wird E in der Regel auf 5 angehoben, wenn der Koeffizient unter 5 liegt, oder auf 30 gesenkt, wenn E größer als 30 ist. Bei vorhandenen Bremszuschlägen (B>0) kann E auch darüber hinausgehen.
Im letzten Schritt wird E zur nächsten ganzen Zahl gerundet.
Berechnung einer Erst-DWZ
Hierbei wird die Grundformel nicht verwendet. Man benötigt zum einen die Punktausbeute in Prozent. Damit kann man in die Wahrscheinlichkeitstabelle gehen, und eine DWZ-Differenz bestimmen. Dazu addiert man einfach den DWZ-Durchschnitt der Gegner und erhält eine Erst-DWZ. Der Index wird mit 1 festgesetzt.
Diese Schritte werden aber erst unternommen, wenn man nicht alle Partien gewonnen hat, nicht alle Partien verloren hat und mindestens 5 Partien gespielt hat. Nach Ermittlung dieser ersten DWZ auf Basis des Durchschnitts der gegnerischen DWZs werden nun so oft Iterationsrechungen durchgeführt, bis sich die Erst-DWZ stabilisiert. Das exakte Verfahren findet sich in der Wertungsordnung des Deutschen Schachbundes.
|